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Der dunkle Schimmelreiter – Zum 125.Todestag Theodor Storms

Theodor Storm

Theodor Storm (Photo credit: Wikipedia)

Seine Novellen, Romane hat er keine geschrieben, kennt heute fast jeder Erwachsene noch aus seiner Schulzeit. »Der Schimmelreiter«, »Immensee« und»Pole Poppenspäler« sowie die berühmten Anfangszeilen des Herbst-Gedichts »Schon ins Land der Pyramiden / Flohn die Störche übers Meer« gehören wohl zum Bildungsgut der heute Fünfzigjährigen. Der Schriftsteller Jochen Missfeldt hat zum 125. Todestag Theodor Storms eine glänzende Biographie des großen Erzählers vorlegt, die das Leben, aber auch die Physiognomie Storms in seinen nördlichen Lebenskreis einbindet, es ist eine Studie zwischen Landschafts- und klimatographischer Beschreibung Schleswig-Holsteins ebenso wie die zwischen Juristerei und Musik, Romantik und Moderne. Doch es ist auch eine Zeit enormer gesellschaftlicher Umbrüche, die der Biograph detailliert und mit profundem Wissen schildert und in denen Storm lebte und arbeitete, zumal die Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Dänemark um die Herzogtümer Schleswig und Holstein machten dem Juristen wie auch dem Poeten zu schaffen.

Über den Biographen Jochen Missfeldt gibt es aus eigener Vita Bemerkenswertes zu berichten. 1943 in Schleswig geboren hat er seine Heimat auch als Pilot von Aufklärungsflugzeugen betrachtet, bevor er in Kiel Philosophie und Volkskunde studierte und Gedichte, Erzählungen und Romane veröffentlichte. 2010 erhielt er für das im Entstehen begriffene vorliegende Buch den Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum. Jochen Missfeldt hat nun eine überaus detaillierte und elegante Biografie über seinen bewunderten Landsmann Theodor Storm geschrieben, und schon die Landschaftsbeschreibungen Schleswig-Holsteins sind ein Genuss. Doch lassen wir ihn zunächst kurz selber zu Wort kommen, um über die Motive seines Schreibens über den Husumer Schriftsteller im Bilde zu sein: »Storms Sprache hat mich gepackt und nicht losgelassen, als Charakter hat er mich vor den Kopf gestoßen. Sein einziges Vorbild: er selber. Seine Leitmotive: erhoffte und gescheiterte Liebe und das Ringen um ein gelungenes Leben. Mit seiner Lyrik ist er ein Meistersänger seines Jahrhunderts, mit seiner Erzählkunst ein Wegbereiter der Moderne.« Mit dieser Charakteristik in nuce ist viel angedeutet über die Geschichte dieses in der Tat Zerrissenen, der zwar noch der klassisch-romantischen Welt nachlauscht, doch gleichzeitig den technisch-wissenschaftlichen Fortschritt nicht mehr missen möchte. Und nicht nur das. Mit einigen seiner Kinder, den Söhnen hat er zum Teil große Sorgen gehabt, einer verfiel völlig dem Alkohol. Storm hat unter den vielen Schicksalsschlägen in seiner Familie kolossal gelitten. Es war seine fester Glauben, dass er seinen Söhnen sein schlechtes Erbteil mitgegeben hat, vor allem seine sexuelle Abweichung, so die Forschung. Es wird seit langem diskutiert, dass Storm pädophile Neigungen hatte und ihn kleine Mädchen vor der Pubertät faszinierten. Wir finden in seinem Werk Kinderlieben wie in der Novelle »Pole Poppenspäler«, und es sind stets die männlichen Protagonisten, die die hübsch aussehenden 10 bis 13 Jährigen Mädchen ansprechend finden. Aber kann man daraus nun tatsächlich eine »werkprägendes« Element ableiten, wie es bei Thomas Mann und Marcel Proust die Homosexualität gewesen sein soll?

In seiner Novelle »Hans und Heinz Kirch« beschreibt Storm etwas ähnliches wie Thomas Manns »Buddenbrooks«, nämliche den »Verfall einer Familie«, und er zeigt sich hier auf der literarischen Höhe seiner Novelle »Die Schimmelreiter«. Die Umbruchszeit, in der Storm lebt, die den Menschen einerseits allerlei Annehmlichkeiten des Reisens erlaubt, sie befördert sie aber – wenn nötig – allerdings auch ins Exil, wie Theodor Storm nach der Aufhebung seiner Bestallung als Rechtsanwalt durch den dänischen König 1852 und seine Emigration von Husum nach Potsdam 1853, wo er in den preußischen Justizdienst eintritt; in Heiligenstadt wird er dann Kreisrichter.

Hier noch wenige wenige kurze biographische Anmerkungen, die das vorgetragene hoffentlich zu umrahmen mögen: Hans Theodor Woldsen Storm kommt am 14. September 1817 in Husum zur Welt. Auch Storm gehört in die Reihe der großen Künstlerpersönlichkeiten von der schleswig-holsteinischen Westküste, wie der 1813 in Wesselburen geborene Friedrich Hebbel oder der Historiker und erster deutscher Nobelpreisträger Theodor Mommsen. Theodor Storm stammt aus einer alten Juristenfamilie und auch er sollte diesen Brotberuf wählen. Er studiert an der Kieler und Berliner Universität Jura und schließt dort Freundschaft mit Theodor und Tycho Mommsen. 1846 heiratet er seine Cousine Constanze Esmarch, doch schon ein Jahr später beginnt er ein Liebesverhältnis zu Dorothea Jensen. Im Jahre 1864 zieht Storm zurück nach Husum. Nach der Geburt der Tochter Gertrud im Jahre 1865 stirbt Constanze wenige Tage später. Im Herbst des Jahres besucht Storm den russischen Dichter Iwan Turgenjew in Baden-Baden. Der Zyklus »Tiefe Schatten« entsteht. Am 13. Juni 1866 schließt Storm die Ehe mit Dorothea Jensen. Er wird Landvogtamt, preußischer Amtsrichter, schließlich Oberamtsrichter. Eine juristische Karriere rundet sich. 1874 erscheint »Pole Poppenspäler«. 1880, nach seiner vorzeitigen Pensionierung erfolgt die Übersiedlung nach Hademarschen.

Im letzten Lebensjahrzehnt Theodor Storms beginnt der Briefwechsel mit Gottfried Keller, derjenige mit Eduard Mörike hatte schon in den fünziger Jahren begonnen. In den beiden letzten Jahren seines Lebens schreibt Theodor Storm seine unsterbliche Novelle »Der Schimmelreiter«, deren Erstdruck im Mai 1888 erscheint. Am 4. Juli 1888 stirbt Theodor Storm, am 7. Juli wird er auf dem St-Jürgen-Friedhof in seiner Heimatstadt Husum beigesetzt. Ein großes Schriftstellerleben hat sich vollendet. Am Ende seiner wohl berühmtesten Novelle steht der Satz, der für so Vieles in seinem Lebens gelten könnte: »Es ist alles doch umsonst gewesen.«

Copyright: Dieter Kaltwasser

Jochen Missfeldt
Du graue Stadt am Meer
Der Dichter Theodor Storm in seinem Jahrhundert
Biographie
Carl Hanser Verlag, München 2013
496 Seiten
27,90EUR
978-3-446-24141-1

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Ein Zug zum Maskenhaften – Gerhart Hauptmann

Corinth Gerhart Hauptmann

Corinth: Gerhart Hauptmann (Photo credit: Wikipedia)

Peter Sprengels große Biografie zum 150. Geburtstag des schlesischen Dichters

Die Skandale um die Uraufführungen seiner Stücke „Vor Sonnenaufgang“ und „Die Weber“ machten Gerhart Hauptmann zum bekanntesten deutschen Dichter – und sein Ruhm hielt an über die Zeiten, deren Repräsentant er zu sein sich bemühte, im Guten wie im Bösen. Viel gelesen wird er zwar heute nicht mehr, aber seine Werke „Bahnwärter Thiel“, „Rose Bernd“ oder „Die Weber“ sind mancherorts noch Schullektüre, und gerade seine naturalistischen Dramen erweisen sich immer noch, allen Widerständen zum Trotz, als erstaunlich gut inszenierbar. Sein mystisches Spätwerk hingegen ist nur noch von literaturhistorischem Interesse, Gerhart Hauptmann selbst ist, als Dichterpersönlichkeit, in der Versenkung verschwunden, in Erinnerung vieler nur noch in der Figur des spleenigen „Mynheer Peeperkorn“ in Thomas Manns „Zauberberg“, eine Fassadengestalt ohne hinreichend konkretisierte Substanz.

Ein Zug zum Maskenhaften, so konstatiert sein Biograf Peter Sprengel, lässt sich auf breiter Basis in Hauptmanns Leben und den Zeugnissen über seine Person wiederfinden. Er inszenierte sich als Seher, Priester und neuer Klassiker, Stellvertreter Goethes auf Erden, hierin Thomas Mann und Stefan George nicht unähnlich, ein selbsternannter Mönch, allerdings mit weltlichem, großbürgerlichem Lebensstil. In seinem Arbeitszimmer hatte er etliche Totenmasken aufgehängt und notierte, was die Toten ihm sagten. Als er 1946 starb, ließ er sich in einer Franziskanerkutte auf Hiddensee beerdigen, und zwar „vor Sonnenaufgang“ und mit seiner Dichtung „Der große Traum“. Als sein Leichnam per Sonderzug aus dem inzwischen polnischen Schlesien zu seiner letzten Ruhestätte auf der Insel überführt wurde, fand dies sogar unter offizieller Beteiligung führender SED-Politiker statt, die aus dem nicht nur zuletzt deutschnational gesonnenen Schriftsteller einen Kämpfer für die sozialistische Sache zu machen versuchten.

Zum 150. Geburtstag des Dichters ist nun die vorliegende Biografie von Peter Sprengel erschienen, der an der FU Berlin Neuere deutsche Literatur lehrt und als einer der besten Kenner der Literatur der frühen Moderne zwischen 1871 und 1918 gilt. Im Jahre 2009 hat er mit seiner Studie „Der Dichter stand auf hoher Küste – Gerhart Hauptmann im Dritten Reich“ aufgezeigt, dass Hauptmann Deutschlands Wiederaufstieg zur Weltmacht unter Hitler begrüßte und auch zur Zusammenarbeit mit den NS-Machthabern bereit war. Die jetzt erschienene Biografie des Berliner Literaturhistorikers ist die ausführlichste Monografie, die je über Hauptmann geschrieben wurde, und speist sich konsequent aus Originalquellen. Sie erzählt die Erfolgsgeschichte des Sohn eines Gastwirts aus dem schlesischen Salzbrunn, der dort am 15. November 1862 geboren wurde, später auszog, um zunächst Monumentalbildhauer zu werden, dann als größter Dramatiker des Naturalismus eine beispiellose Karriere machte und 1912 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Gerhart Hauptmann, so Sprengel, kann als eine Schlüsselfigur des literarischen Lebens um 1900 angesehen werden. Er ist für ihn einer der ganz entscheidenden Bahnbrecher der literarischen Moderne um 1900. Hauptmann ist nicht der einzige, aber einer der wichtigsten Autoren für diesen Aufbruch, ohne den die Entwicklung der modernen Literatur bis hin zu Franz Kafka gar nicht vorstellbar wäre.

Dennoch ist Hauptmann in der Biographie Sprengels kein Mann zum Anfassen oder Mitfühlen: Ein gescheiterte Schüler aus der schlesischen Provinz, der mit dreißig Jahren die Theater der Hauptstadt eroberte und als Siebzigjähriger von drei Staatspräsidenten empfangen wurde. Es ist eine Story weitgehend ohne Moral, die sich auf einer reichen Heirat gründet – und belastet ist mit schweren politischen Fehlern. Er ist seiner Autorität, die er als Schriftsteller zweifelsfrei genoss, in moralischer Hinsicht nicht gerecht geworden, weder 1914 noch in den Jahren nach 1933. „Ich sage ja“: Diese Worte, mit denen Gerhart Hauptmann 1933 den von Hitler ins Werk gesetzten Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund begleitete, könnten auch als sein Lebensmotto gelten. Den Kriegsbeginn 1914 begleitete er mit Zustimmung, der Weimarer Republik erteilte er sofort seine Unterstützung, so dass Thomas Mann ihn zum „ungekrönten König der Republik“ ernannte. Die Machtergreifung“ der Nazis, den Überfall auf Polen 1938 und den Einmarsch nach Frankreich ein Jahr später begrüßte er ebenso wie nach dem Zusammenbruch das sich bildende Sowjet-System in seiner schlesischen Heimat.

Trotz seiner politischen Verirrungen war Hauptmanns Lebens von früh an durch einen moralischen Idealismus und den utopischen Traum von einer besseren Welt geprägt, den er nicht zuletzt in seinen leidenschaftlichen Liebesaffären zu realisieren versuchte und der sich in seinen zahlreichen lyrischen und epischen Werken gespiegelt hat. In Sprengels Biografie kommt deren lebensgeschichtlicher Ort ebenso zur Sprache wie die biografischen Hintergründe und Voraussetzungen seines dramatischen Gesamtwerks. So wurde die Aufführung der ,Weber‘ verboten, weil damit sozialdemokratische Propaganda gemacht würde. Aber das war ein Missverständnis, so Sprengel. Hauptmann war kein politischer Kopf, er sagte vielmehr, das Mitleid habe ihm die Feder geführt, als er das Drama geschrieben hat. Es ging ihm vor allem um das künstlerische Experiment in diesem Werk. Hauptmann sei dann noch aktuell, wenn es gelinge, die historische Perspektive auf ihn zu überwinden, so der Berliner Literaturhistoriker.

Die neue Lebensbeschreibung von Peter Sprengel löst sich von alten Paradigmen der Hauptmann-Biografik, die sich gerne an die Mythen anschloss, die Hauptmann selber in seinen autobiografischen Werken gestiftet hat. Sie führt zu zahlreichen Korrekturen und neuen Erkenntnissen im Detail, und nicht zuletzt zu einem tieferen Verständnis der Persönlichkeit Gerhart Hauptmanns. Peter Sprengel hat eine maßgebliche Biografie geschrieben.

Dieter Kaltwasser

Der Artikel erschien am 12. November 2012 auf literaturkritik.de, am 14. November 2012 in der Kölnischen Rundschau, Bonner Rundschau und im General-Anzeiger Bonn.

Peter Sprengel: Gerhart Hauptmann. Bürgerlichkeit und großer Traum. Eine Biographie.
Verlag C. H. Beck, München 2012.
848 Seiten, 38,00 EUR.
ISBN-13: 9783406640452

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Peter Sprengel: Der Dichter stand auf hoher Küste. Gerhart Hauptmann im Dritten Reich.
Propyläen Verlag, Berlin 2009.
400 Seiten, 24,90 EUR. ISBN-13: 9783549073117

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Hermann Hesse und ich

So manches widerfährt unseren Dichtern im Nachgange, wogegen sich zu wehren ihnen keine Möglichkeit mehr gegeben ist. Hierzu darf sich wohl auch mein Foto zählen, welches vor zwei Jahren in Calw auf einem meiner Ausflüge auf den Spuren der Dichter entstand. Es ist dieses – rückblickend betrachtet – natürlich eine unverschämte Dreistigkeit meinerseits, eine Anmaßung, die mir, der Nachgeborenen, eigentlich nicht zukommen dürfte, und meinem verehrten Hermann Hesse scheint die Skepsis förmlich in Haltung und Gesicht geschrieben. Mir bleibt nur zu hoffen, dass er es mir angesichts meiner Verehrung für ihn nachsehen und großzügig verzeihen würde.

Er soll sich gern und oft auf dieser Brücke, die über das lebendige Schwarzwaldflüsschen Nagold führt, aufgehalten haben, und auch jene leicht seitwärts geneigte Haltung, die der Künstler Kurt Tassotti aus Mühlacker sehr gelungen in seiner Bronzeskulptur verewigte, soll eine für ihn typische gewesen sein. Sie gefiel mir auf den ersten Blick, verleiht sie ihm doch etwas Pfiffiges. So empfinde ich ihn, – empfand ich ihn immer. Er ist der Dichter, dem es irgendwie stets gelingt, dass ich auf ihn treffe, wenn ich ihn am nötigsten brauche. Der mich stets aufbaute mit seinen Gedichten. Dem ich mich verwandt fühlte in seiner Verbundenheit zur Natur und Landschaft, – zuerst begegnete er mir, wenn ich mich richtig entsinne, in jungen Jahren in einem kleinen, nett gestalteten Buch mit Betrachtungen und Gedichten über Bäume, welches heute noch in meinen Regalen zu finden ist.  Dessen Romane mir neue Räume erschlossen, – wenn mir auch gerade der mit seinem Namen oft zuvorderst in Verbindung gebrachte „Steppenwolf“ seltsamerweise eher fremd blieb. Der für mich die Möglichkeit von Sprache in ihrer Vollendung erahnen ließ in seinem „Glasperlenspiel“. Dennoch nannte ich ihn nie „meinen Dichter“, – mit dieser Bezeichnung versah ich einen anderen, älteren, mit dem mich verbindet, an derselben Stelle geboren zu sein, – dem ich mich schon aus diesem Grunde verpflichtet fühle, – Hölderlin, den viel gepriesenen, wenig verstandenen, oft verkannten. Er war es, mit dem ich mich auch in jenen Tagen mit der ihm gebührenden Ernsthaftigkeit – sofern ich zu solcher fähig bin – befasste. Hermann Hesse verehrte ihn, – auch hier gibt es Berührungspunkte. Neben seiner Erzählung „Im Pressel´schen Gartenhaus“, die in poetischer Weise einen fiktiven Ausflug Mörikes und Waiblingers mit dem bereits betagten und als wahnsinnig geltenden Hölderlin auf den Tübinger Österberg schildert, – eine Begegnung, welche sich durchaus ähnlich zugetragen haben könnte, gab er unter anderem gesammelte Lebensdokumente über Hölderlin heraus, die mir Stoff lieferten für mein eigenes Schreibprojekt, an dem ich während meines damaligen Kuraufenthaltes arbeitete. Ich befand mich in einem Höhenkurort in unmittelbarer Nähe Calws und war untergebracht in einem altehrwürdigen Gebäude, welches vor Zeiten ein Lungensanatorium vorstellte,  was sich an seiner Architektur noch gut ablesen ließ. Mein Zimmer hatte einen großen Balkon mit holzgeschnitztem Gebälk, auf dem es sich gut in Decken verpackt in der Märzsonne ruhen und auf die hohen Ulmen im Park schauen ließ; ich nannte es meinen persönlichen kleinen Zauberberg. Gerne denke ich an diese Tage zurück, – sie waren wie für mich geschaffen mit meinen geliebten Schwarzwald vor der Tür; selten hatte ich mich an einem Ort so wohl gefühlt, nirgends so viel geschrieben. Eine seltene Erfahrung von Harmonie, – Ruhe, Bewegung an frischer Luft und freiwillig verordnetes Arbeiten in völligem Einklang ineinandergreifend. Zufällig stieß ich in der Buchhandlung des Ortes, wo man mich inzwischen ob meiner skurrilen Wünsche und Bestellungen kannte, – wann fragen Kurgäste gewöhnlich nach Schillers „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ und Mörikes „Maler Nolten“ – auf die Hesse´sche Entsprechung des Zauberbergs, seinen „Kurgast“, – Jahre vor dem erstgenannten erschienen -, den ich unter Bäumen sitzend mit großem Vergnügen geradezu verschlang und mich selten herrlicher amüsierte. Thomas Mann soll diesen Roman gekannt haben, bevor er den „Zauberberg“ schrieb. Hermann Hesse und Thomas Mann – eine freundschaftliche Beziehung zweier ganz verschiedener Persönlichkeiten, auf gegenseitiger Hochachtung beruhend. Hesse dieser Tage in Calw aufzusuchen war für mich ein längst überfälliges Vorhaben. So kam es zu jener „Begegnung“ – und dem Schnappschuss auf der Brücke. Dies ist es, was bleibt. Und die Erinnerung daran, wie mir im dortigen Museum beim Anhören alter Radioaufnahmen, – entstanden, bevor ich selbst das Licht der Welt erblickte -, plötzlich bewusst wurde, wie sehr er doch Schwabe war! Seine Aussprache und Eigenart, in Verben die Endungen auf „-ern“ zusammenzuziehen und dabei mit rollendem r das e zu verschlucken, – „… blüht jede Lebensstufe zu ihr´r Zeit und darrf nicht ewig daurr’n…“ -, sie erinnert mich so sehr an den vertrauten Klang der Aussprache vieler älterer – inzwischen längst verstorbener – Menschen in meinem Heimatort, die davon nicht sehr viel verschieden ist, – so wenig, wie auch dieser Ort, an dem Hesse geboren wurde, nicht allzu weit entfernt von meinem liegt. Hölderlin und Hesse, – beide zu völlig verschiedenen Zeiten Seminaristen im unweit gelegenen Kloster Maulbronn, das ich ebenfalls oft und gerne besuche: Hölderlin, der tüchtige, fleißige Lerner, – Hesse, eher der unglückliche und sich nicht abfindende „Querulant“ und spätere „Schulabbrecher“, – mir der eindrückliche Beweis, dass sich Bildung auf vielerlei Wegen erwerben lässt, die keineswegs immer die vorgegebenen sein müssen. Die kritische Auseinandersetzung mit den Maulbronner Schulverhältnissen, unter denen er selbst immens litt, verarbeitete er in „Unterm Rad“, dennoch war er nicht einer, der sich ganz dem Zauber des Ortes selbst entziehen konnte, welcher ihn wohl in späteren Jahren zu dem unvergleichlichen – in einem eher wieder versöhnten Ton gehaltenen – Gedicht „Im Maulbronner Kreuzgang“ inspirierte:

„Verzaubert in der Jugend grünem Tale
Steh ich am moosigen Säulenschaft gelehnt
Und horche, wie in seiner grünen Schale
Der Brunnen klingend die Gewölbe dehnt.“

Wer je dort stand und in raren Augenblicken die angesichts der vorüberziehenden Besucherströme selten gewordene Stille des Kreuzgangs und den Klang des Brunnens in sich aufnehmen konnte, weiß, dass niemand dieses Bild besser ausdrücken könnte. Und so wird mir der Dichter, dessen Skulptur auf der Calwer Nikolausbrücke hier mit verschmitzter Distanziertheit meine Zudringlichkeit erdulden muss, zugleich Vertrauter und immer wieder neu zu Entdeckender sein und bleiben.

Bettina Johl

Der Beitrag ist in gekürzter Fassung erschienen in: „Hermann Hesse antwortet … auf Facebook“, Suhrkamp Berlin 2012, suhrkamp taschenbuch 4376,  95 Seiten, ISBN 978-3-512-46376-5

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Auf verlorenem Posten – Über Ernst Jünger

Ernst Jünger, (March 29, 1895 – February 17, 1...

Ernst Jünger

Leben und Werk von Ernst Jünger stehen wie kein anderes eines deutschen Schriftstellers unter normativer Kontrolle. Daran hat sich auch nach seinem Tode nichts geändert. Am 17. Februar 1998 starb Ernst Jünger im Alter von fast 103 Jahren. Sein Leben erstreckte sich über ein Jahrhundert zweier Weltkriege und des Kalten Krieges, die letzen zehn Jahre lebte und erlebte er im wiedervereinigten Deutschland. Jünger wird 1895 in Heidelberg geboren und Deutschland ist, obwohl noch im Kaiserreich, in die Moderne eingetreten. Zweimal sah Jünger in seinem langen Leben den Kometen Halley, der alle sechsundsiebzig Jahren an der Erde vorüberzieht. Für viele, die seine Zeitgenossen waren, ist es ein provozierendes Lebens im Jahrhundert der Kriege gewesen. Er hat polarisiert und fasziniert, weil er sich partout in kein Schema fügen wollte. Doch die Zeiten, in denen Ernst Jünger Anlass für politische Protestdemonstrationen geboten hat, wie 1982 vor der Verleihung des Goethe-Preises, sind vorüber. Inzwischen beschäftigt man sich mit ihm so kühl und sachlich, wie er einem seiner liebsten Hobbys nachgegangen ist: dem Käfersammeln. Geblieben von ihm sind ein sehr spannungs- und widerspruchsgeladenes Gesamtwerk und eine epochale Biographie. Doch auch wenn die schroffen Auseinandersetzungen um Jünger der Vergangenheit angehören, sollte man sie nicht einfach ad acta legen. Schließlich spiegeln sie auf besonders lehrreiche Weise deutsche Befindlichkeiten im 20. Jahrhundert.

Dieses unerschöpflichen Erzählstoffes haben sich Helmut Kiesel, Literaturprofessor in Heidelberg, und Heimo Schwilk, Redakteur der „Welt am Sonntag“, angenommen. Sie schildern lebendig und kenntnisreich Jüngers Leben und Werk im Kolorit des Zeithorizontes, und er ist für beide eine Jahrhundertgestalt, die wie kaum eine zweite die zentralen Wendungen und Widersprüche der deutschen Geschichte widerspiegelt. Schwilk macht bereits im Vorwort klar, dass Jünger zum „demokratischen Diskurs“ wenig beizutragen hat, viel aber zu dem, was „Heidegger die Existenzialien genannt hat: Zeitlichkeit, Geworfenheit, Sterblichkeit.“ Die Gewissheit, dass das Leben ein Geheimniszustand sei, dieser „romantische Grundzug seines Lebens schloss ihn weitgehend von einer Gegenwart aus, die an der Banalisierung unserer Existent tagaus tagein geschäftig arbeitet. Er verkörpert das Rätsel der deutschen Seele, deren faszinierende Eigenwilligkeit“, den Metaphysiker. Dies trifft wohl zu auf den späten Jünger, doch nicht auf den Theoretiker und Propagandisten des Krieges, der er auch war, ungerührt den Untergang prognostizierend, wie es in den 1920 erschienenen Aufzeichnungen „In Stahlgewittern“ und in seinen Tagebuch-Aufzeichnungen während des Zweiten Weltkriegs geschieht. Ernst Jünger erhielt als letzter Offizier im Jahre 1918 den Kriegsorden Pour le Merite. Die ästhetisierenden Darstellungen von Krieg und Gewalt, die Ästhetik des Schreckens in Jüngers Werk brachten ihm den Ruf ein, ein Militarist und Vorbereiter des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Jedenfalls vertrat Jünger in den zwanziger Jahren extreme nationalistische Positionen, doch vom Nationalsozialismus „distanzierte“ er sich bereits vor der Machtergreifung im Jahre 1933. Er hielt ihn „nicht für die Verwirklichung der hierarchisch gegliederten, desubjektivierten Ordnung hielt, die er in „Der Arbeiter“ als Telos der Geschichte bejaht hatte, sondern allenfalls für eine Übergangsstufe, die Hindernisse und Rückschläge mit sich brachte.“, so Esther Marian, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, in einem Beitrag für die ORF.  Jünger bezeichne den Nationalsozialismus „als ‚plebiszitäre Demokratie‘ und rückt ihn in die Nähe des ‚Bürgers‘, der in „Der Arbeiter“ gleichermaßen für Aufklärung und Spießertum steht und im schicksalshaften Verlauf der Geschichte vernichtet werden soll.“

Helmut Kiesel entwirft ein Bild des Schriftstellers jenseits von Verehrung und Verteufelung. Jünger werde zwar den Totengräbern der Weimarer Republik zugerechnet, doch solle man die Macht des Wortes nicht überschätzen. „Wenn die ‚Macht des Wortes‘ so groß gewesen wäre, wie Jüngers Kritiker es unterstellen, dann hätten auch die Reden und Schriften der prorepublikanischen Intelligenz, etwa der Brüder Mann, eine ganz andere Wirkung haben und die Republik vor dem Untergang retten müssen.“ Doch ist dies tatsächlich so? Ist es wirklich gleichgültig, ob man als Intellektueller für oder gegen die Weimarer Republik war? Thomas und Heinrich Mann sowie zahlreiche andere bedeutenden deutsche Schriftsteller zumindest sahen dies in jener Zeit völlig anders. Die Neigung der beiden Biographen, mit Jünger Frieden zu schließen, ist zwar wegen der von ihnen dargestellten Reichhaltigkeit und Tiefe des schriftstellerischen Werkes nachvollziehbar, darf aber keine moralische Indifferenz zur Folge haben. Kiesel und Schilk differieren nur in Details, ihr Gesamtwurf wird von der gleichen Intention getragen: Werk und der Person Jüngers endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. 1951 entstand Jüngers Essay „Der Waldgang“, der sich mit Totalitarismus und Anpassung beschäftigt. In Jüngers Roman Eumeswil findet dieses schriftstellerische Nachdenken seinen Abschluss. Sowohl Kiesel wie auch Schwilk betonen, dass der Waldgänger ein ursprüngliches Verhältnis zur Freiheit habe und sich den Automatismen der Vereinnahmung durch den Staat entziehe. Ernst Jünger macht hier allerdings keinen großen Unterschied zwischen demokratischen und autoritären Staatsformen, er verleugnet oder verkennt die tiefen Antagonismen und Differenzen. In „Eumeswil“ entwickelt er die Figur des Waldgängers zum distanzierten Beobachter weiter, der in einer Spätzeit lebt, die keine weitere Entwicklung mehr zulässt. Der Roman wird deshalb auch als „Kommentar und eine philosophie des posthistoire“ gedeutet.

Auch für den Philosophen Hans Blumenberg wird an Jüngers Werk und Person nicht weniger als die Gestalt des zwanzigsten Jahrhunderts erkennbar. Die Essays und Notizen Blumenbergs zu Jünger umfassen einen Zeitraum von vierzig Jahren. Dies ist auch das editorische Problem der Herausgeber des Buches, das auch zum Teil Unfertiges aus dem Nachlass des Philosophen umfasst, der wie kaum ein anderer auf das gelungene Konstrukt seiner philosophischen Sprache achtete. Wir lesen hier in der Werkstatt des Philosophen.  Jünger ist für Blumenberg der einzige deutsche Schriftsteller, der sich in seinem Werk unbeirrt mit dem Problem des Nihilismus, mit der „Vernichtung der Welt“ beschäftigt habe; in der Wüste, im Kriegertod, im Drogenrausch und Abenteuer, in der technisch-biologischen Konstruktion des Arbeiters. „Auf den Marmorklippen“, 1939 in Deutschland erschienen und von der gleichgeschalteten Presse totgeschwiegen, zähle zu den „wichtigsten Ereignissen der deutschen Geistesgeschichte“, so Blumenberg kurz nach dem Kriege. Die Figuren, an denen Jünger seine Zeit erfasst, der Krieger und Anarch, der Arbeiter und Waldgänger, lösen bei Blumenberg Reflektionen darüber aus, wie in einer Welt der Maschinen und Waffen, in einer Welt der Simulakren überhaupt noch zu leben sei. Hierbei findet er Verbindungen zum eigenen philosophischen Themen: Lesbarkeit der Welt sowie die ungeheure Differenz von Weltzeit und Lebenszeit.

In der Essaysammlung „Das abenteuerliche Herz“, die zeitgleich mit den „Stahlgewittern“ entstand, wird eine Figur des menschlichen Schicksals beschrieben, die Jünger als „der Verlorene Posten“ beschreibt. Diese Figur befindet sich in der Lage eines Schachspielers, der sich zum langen Endspiel rüstet, obwohl er den Verlust der Partie als unvermeidlich erkennt, eine Insel inmitten drohender Niederlage und Auflösung. Sie kann dem Einzelnen das Gefühl geben, „Letztes und Endgültiges“ zu tun. Als solchen Einzelnen sah sich Ernst Jünger.

© Dieter Kaltwasser

(zum 10. Todestag Ernst Jüngers Februar 2008 im Bonner General-Anzeiger erschienen)

Aktuelle Ausstellung:

Deutsches Literaturarchiv Marbach:  Ernst Jünger. Arbeiter am Abgrund | 7. November 2010 bis 27. März 2011. An Ernst Jünger scheiden sich immer noch die Geister. Die Ausstellung zeigt das, was er, der von 1895 bis 1998 und damit mehr als ein Jahrhundert lebte, als Zeugnisse seiner literarischen Arbeit nach Marbach gegeben hat.

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Hans Blumenberg: Der Mann vom Mond

Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2007

ISBN 978-3-518-58483-5

185 Seiten

Helmut Kiesel: Ernst Jünger

Siedler Verlag München 2007

ISBN 978-3-88680-852-6

715 Seiten

Heimo Schwilk: Ernst Jünger – Ein Jahrhundertleben

Piper Verlag München 2007

ISBN 978-3-492-04016-7

623 Seiten

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Nabokovs Streichhölzer – Lob der Literatur

German writer Daniel Kehlmann at litcologne, 2...

Image via Wikipedia

Trifft Schillers Unterscheidung zwischen naiver und sentimentalischer Dichtung zu, dann ist Daniel Kehlmann ausdrücklich der reflektierten und daher sentimentalischen Dichtkunst zuzuordnen. Spätestens seit seinem Roman „Die Vermessung der Welt“, in über vierzig Sprachen übersetzt, ist er ein berühmter Autor und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Zum zweiten Male legt nun der Rowohlt Verlag eine Auswahl von Kehlmanns Essays, Reden und Vorlesungen vor, und wir stehen staunend vor der Klugheit und artistischen Brillianz dieses jungen Schriftstellers. Daniel Kehlmann ist ein Leser und Interpret der besonderen Güte, beispielsweise der  Werke von Samuel Beckett und Thomas Mann, Thomas Bernhard und Knut Hamsun, Kleist, Shakespeare und Nabokov.

In Kehlmanns Poetikvorlesungen „Diese sehr ernsten Scherze“, – in Anlehnung an Goethes Beschreibung des Faust II in seinem letzten Brief -, gehalten im Jahre 2006 an der Universität Göttingen, in der er das Handwerk des Schreibens sich und den Hörern auf den Begriff zu bringen versucht, ist von einer frühen Kurzgeschichte Nabokovs die Rede, die sich in einem Zimmer und zwischen zwei Gesprächspartnern abspielt. Während des Dialogs orchestriert Nabokov das ganze, mit kleinen, „psychologisch vielsagenden Gesten“. Eine der beiden Gesprächspartner bricht vor Nervosität ein kleines Streichholz in zwei Stücke und lässt sie in ein Weinglas fallen. Am Ende der Geschichte, nach vielen Wendungen und Gegenwendungen, schenken sich die beiden Wein ein und trinken. Der alte Nabokov sagt Jahrzehnte später, dass jeder das Streichholz im Weinglas vergessen habe, „etwas, das ich heute nicht mehr zulassen würde“. Dieser Satz enthält für Kehlmann eine der wesentlichen Erkenntnisse über das Prosaschreiben: Details sind überaus wichtig, der Autor müsse eine Szene sehen lernen, dann erst, in dem so geschauten, klaren Bild würden Detailfehler vermieden. Ein bilderloses Erzählen sei ohnehin gar nicht vorstellbar. Unabdingbar sei das Element des Notwendigen, welches gute Literatur ausmache sowie ein Pakt mit dem Unbewussten, den ein Schriftsteller eingehen müsse.

In seiner Rede „Die Katastrophe des Glücks“ erzählt Daniel Kehlmann, dass seine ersten Romane und Erzählungen sich schlecht verkauften, und erst der Bestseller „Die Vermessung der Welt“ seinem Lebenslauf  eine „anscheinende Absichtlichkeit“ – so Schopenhauers Formulierung – gegeben, und sich all das erfüllte, was er nicht einmal zu wünschen geglaubt habe. Doch man müsse das Glück mit der gleichen Ruhe hinzunehmen versuchen, mit dem man unter ungünstigeren Umständen mit dem Scheitern hätte leben müssen. Saul Bellow hat einst nach einem Bestsellererfolg seines Romans „Herzog“ gesagt: „Ich habe mein Gewissen befragt und mich gefragt, ob ich Falsches getan habe. Aber ich habe keine Sünde gefunden.“ Wer schreibt, will gelesen werden, und der geneigte Leser darf sich getrost Daniel Kehlmanns Literaturlob zueigen machen.

© Dieter Kaltwasser

Daniel Kehlmann: Lob / Über Literatur, Rowohlt 2010, 190 Seiten

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