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Fichte und Hölderlin – Aus dem Roman „Holunderblüten“ von Bettina Johl

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Zum Gedenken an Johann Gottlieb Fichte ( *19. Mai 1762 in Rammenau bei Bischofswerda;  † 29. Januar 1814 in Berlin) Die erste Idee ist natürlich die Vorstellung von mir selbst als einem absolut freien Wesen. Mit dem freien, selbstbewussten Wesen tritt zugleich eine…

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Blühende Gefilde – Hölderlins Tübingen (Aus: „Holunderblüten“, Roman von Bettina Johl)

Sich der Stadt annähern, von den Höhen des östlichen Schwarzwaldes her, aus dem Tal der Nagold kommend über Calw nach Herrenberg, der Deutschen Fachwerkstraße folgend entlang der Ammer. Das Flüsschen, welches in Tübingen auf den Neckar trifft, entbehrt gerade im … Weiterlesen

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Fichte und Hölderlin – Aus dem Roman „Holunderblüten“ von Bettina Johl

Zum Gedenken an Johann Gottlieb Fichte ( *19. Mai 1762 in Rammenau bei Bischofswerda;  † 29. Januar 1814 in Berlin) Die erste Idee ist natürlich die Vorstellung von mir selbst als einem absolut freien Wesen. Mit dem freien, selbstbewussten Wesen tritt zugleich eine ganze Welt – aus dem Nichts … Weiterlesen

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Orte für die Suchenden (Aus: „Holunderblüten“)

Unvergessliche Fahrt nach der Abtei Maria Laach, heiliger Ort für deinen Philosophenfreund, den erklärten Atheisten. Wie kommt es? – „Ich weiß es nicht. Ich war schon als Kind oft hier. Mit meiner Mutter. Und immer, wenn ich hier herkomme, zünde … Weiterlesen

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Holunderblüten – Roman von Bettina Johl (Leseprobe)

I Nur Einen Sommer gönnt, Ihr Gewaltigen! Und einen Herbst zu reifem Gesange mir, Daß williger mein Herz, vom süßen Spiele gesättiget, dann mir sterbe. Friedrich Hölderlin (An die Parzen)   * Mancher Sommer will im Winter begonnen sein. Ihr … Weiterlesen

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Scilla-Blütezeit in der Alten Neckarschleife Lauffen

Scilla-Blütezeit in der Alten Neckarschleife Lauffen

In der alten Neckarschlinge mit dem ihr verbliebenen Altwasser hat sich eine außergewöhnliche Vegetation herausgebildet; die Gegend ist ein Paradies für seltenere Vogelarten, – Wasservögel insbesondere. Der Wald an diesem ehemaligen Uferprallhang ist nicht groß, ein schmaler Streifen Wald im Grunde nur, – den dein Dichter „mit den Wäldern meiner Kindheit“ nicht gemeint haben kann, da er seine weiteren Kinder- und Jugendjahre in Nürtingen verbrachte, wo er vielmehr die Gegend um den Ulrichstein durchstreifte, dort seine Lieblingsplätze hatte, an die er sich zurückzog, – allein, manchmal auch mit seinem jüngeren Bruder, um diesem vorzulesen, – Orte, die du selbst nur vom Lesen und Hörensagen kennst. Dies hier ist hingegen „dein“ Wald, den du sofort mit jenem Begriff in Verbindung bringst, – vielfach hast du ihn durchstreift, tust es oft in nächtlichen Träumen noch, und manchmal stiehlst du dich heimlich zu ihm hin. Hier lässt sich mehr Wild beobachten als irgendwo sonst, da die Tiere sich nur in wenige Winkel zurückziehen können; häufiger als anderswo kreuzen Reh und Hase den Weg, und im letzten Frühjahr konntest du mitten auf einem grasüberwachsenen Weg zwei kleine Jungfüchse beim Spielen beobachten. Sie waren vielleicht zehn Meter entfernt und bemerkten dich lange Zeit überhaupt nicht, – du weißt es: solches Glück ist uns – wenn je im Leben – nur sehr selten beschieden.

Im März sind die Böschungen von kleinen blauen und vereinzelt weißen Sternen übersät, – wilde Scilla – auch Blaustern genannt -, eine Blumenart, die nicht überall vorkommt, weil sie wohl diese besonderen Bodenverhältnisse benötigt. Für dich gehörte sie wie selbstverständlich zum Frühling, – als Kinder pflücktet ihr sie gedankenlos -, aber viele Menschen kennen sie nicht, – allenfalls ihre kultivierte Variante in Parks und Gärten, welche sich jedoch nicht annähernd mit ihr vergleichen lässt. Erst als du für längere Zeit in anderen Gegenden lebtest, merktest du zunehmend, dass etwas am Frühling seit längerem verkehrt war, – dass etwas Entscheidendes fehlte. Dieses besondere Blau, welches erst ins Auge fällt, wenn dein Blick länger auf den Grün-, Braun- und Grautönen der noch vom ausklingenden Winter kündenden Wiese verweilt. Im Wechsel von Licht- und Schattenspiel der Frühlingssonne in den noch unbelaubten Erlen und Weiden leuchtet es hier und da vereinzelt auf, – bis die Böschungen jäh von einem blauen Zauberteppich überzogen wirken, der alles wandelt. Der Märchenwald ist eröffnet, – das Stück spielt nur für dich. Selbst der Gesang der Vögel klingt verändert, scheint unbekannten Traumsphären zu entsteigen. Zu Störenfrieden werden kurzzeitig andere Spaziergänger, Jogger und Radfahrer. Aber auch sie schaffen es merkwürdigerweise nicht, die Stimmung zu verderben. Du siehst sie vorbeihasten, freundlich grüßend oder stumm. Sie gehen weiter, als wäre nichts geschehen. Sie sehen es nicht. Für sie ist der Wald wie immer. Auf die wenigen, die es hingegen wahrnehmen, die sich in derselben Dimension bewegen, triffst du selten. Sie suchen die Zurückgezogenheit, möchten mit all dem allein sein… – wie du.

Aus: Holunderblüten © Bettina Johl 2012

(Der vollständige Roman erscheint voraussichtlich im Sommer 2012)

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