Ulysses in nuce

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Reto Hänny hat mit „Blooms Schatten“ den Joyce’schen „Ulysses“  in einem Satz nacherzählt 

Wie James Joyce in seinem Roman Ulysses folgt auch der Schweizer Autor seiner Hauptfigur, dem Annoncenakquisiteur Leopold Bloom, in einer Stadt „weit oben auf der nördlichen Halbkugel“ durch einen fast ereignislosen Tag, den ein Geschehnis verdüstert: Nachmittags empfängt die Gattin des Protagonisten, eine dralle Opernsängerin, ihren Liebhaber. Hänny ist mit seiner Erzählung das Wagnis eingegangen, den Roman des Meisters des „Stream of Consciousness“ in einem einzigen Satz über 145 Seiten nachzuerzählen, und es gelingt ihm glänzend, Literatur aus Literatur entstehen zu lassen. Neben Ulysses finden wir in diesem kühnen Sprachkunstwerk noch andere „Spuren und Ablagerungen“ der Lektüre des Autors: Vom Alten Testament über die Odyssee bis hin zu Shakespeare, Flaubert, Proust und anderen. Ein Fest für Joyceianer!

Dieter Kaltwasser

Reto Hänny: Blooms Schatten. Matthes & Seitz, Berlin 2014. 145 Seiten, 17,90 EURO. ISBN: 978-3-88221-199-3

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Eingeordnet unter Autor, Bücher, Literaturgeschichte

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