Herbstgedanken

Ein Beitrag von Bettina Johl vom Oktober 2011.

LiteraturFreundIn

Es ist Herbst und die Vögel singen. Dichter dürften so etwas vermutlich nicht schreiben, aber die Vögel, – sie wissen dies zum Glück nicht…

Sie singen zweckfrei, etwas verhaltener zuweilen, – kein Revierkampf mehr, für den es nötig wäre, sich zu verausgaben, gar zu übertönen -, dennoch vernehmlich, und es klingt fröhlich. Die Amsel im Garten flötet ihr gesamtes Repertoire, während sie am Boden ohne besondere Eile nach Regenwürmern sucht, leise, unsichtbar, mit geschlossenem Schnabel, so dass es wirkt, als kämen die Laute von woanders, weither. Aber es ist ihr typischer Gesang, – ich erkenne ihn, sie pflegt während einzelner Passagen wie ein Huhn zu gackern -, freue mich, dass sie es ist, dass sie nicht dem allgemein beklagten Amselsterben zum Opfer fiel; ihre Melodien scheinen geradezu unaufhaltsam in ihrem Inneren aufzusteigen. Ich fühle mich an kleine Kinder erinnert, die solches manchmal auf den Punkt zu bringen verstehen, mit Aussagen…

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